Unser Gemeinde-Blog

Weihnachten feiern trotz tragischer Ereignisse?

Nach gespannter Vorfreude und vielleicht auch langer Vorbereitung sind sie nun auf einmal doch ganz schnell wieder vorbei - ich meine die Adventszeit und die Weihnachtsfeiertage.

Das ist besonders für uns Christen die Zeit, am Ende des Jahres inne zu halten und uns auch einem wichtigen Teil unseres Glaubens, nämlich der Geburt Jesu und seiner Person, nochmals im Besonderen bewusst zu werden.

Der Familiengottesdienst war auch in diesem Jahr wieder sehr gut besucht

Über die Feiertage veranstalteten wir in unserer Gemeinde auch dieses Mal wieder viele Gottesdienste, die jeweils gut besucht waren. So fanden allein an Heiligabend fünf Gottesdienste mit jeweils besonderem Charakter an vier verschiedenen Orten statt. Die Mitgestaltung durch unsere Organisten und Chöre legte einen festlichen Glanz auf die Feier der Geburt Jesu. Ein Höhepunkt für die Jüngeren war natürlich der Familiengottesdienst in der vollbesetzten Mauritiuskirche. In diesem Jahr trugen Kinder die Weihnachtsgeschichte in Form einer Ballade vor, musikalisch ergänzt durch unsere Band „Woodlice“. Zu später Stunde folgte noch YoMo live im PSH.

Aber es waren auch in anderer Hinsicht besondere Festtage, weil über der Freude für viele auch der Schatten des schlimmen Verkehrsunfalls lag, bei dem in der Nähe von Reichenbach wenige Tage vor Weihnachten ein junges Mädchen ums Leben kam.

Ich habe mich selbst gefragt, ob es angesichts dieses tragischen Todesfalls und weiteren aktuellen Krisen auf der Erde, bei denen Menschen hungern oder vertrieben werden, an Krieg und Terror leiden, überhaupt angebracht ist, fröhlich Weihnachten zu feiern. Meine Gedanken hierzu habe ich der Predigt an Heiligabend aufgegriffen und möchte sie hier auch als Impuls für das neue Jahr kurz wiedergeben.

Die Frage des Leids führt in die Armseligkeit des Stalles, in den Gott seinen Sohn legte. In der Weihnachtsgeschichte wird deutlich, dass das kein Versehen war, sondern Ausdruck der großen Liebe Gottes, die ihn dazu bewegt, uns gerade auch in unseren dunkelsten Stunden nahe zu sein. So wird die Krippe der Anfang eines Weges, der über Höhen und Tiefen am Kreuz endet. Weil schon Weihnachten uns darauf hinweist, dass Gott uns auf den Kreuzwegen dieser Welt nicht alleine lassen will, deshalb dürfen wir trotz so viel Leid Weihnachten feiern. Es ist dann kein oberflächliches happy clappy, Kitsch- und Kommerzweihnachten, sondern eine Feier der Liebe Gottes. Wer das verstehen und im Herzen ergreifen kann, für den bedeutet das Trost und Stärkung und neue Hoffnung, auch weil der Weg von der Krippe zum Kreuz dort doch nicht endete. Weil der Todesnacht der Ostermorgen mit der Auferstehung folgte, dürfen wir, egal was das neue Jahr uns bringen wird, mit Gott in seine Zukunft gehen. Ist das zu abgehoben, zu positiv?

Gerade in schweren Zeiten wird die Frage sein, ob wir uns mit aller Not mit allen Fragen und Zweifeln Gott anvertrauen und ganz neu durchbuchstabieren, was Glauben bedeutet, was uns Weihnachten und was uns Jesus bedeutet.

Mitten in allem Schweren und allen Fragen wünsche ich allen tiefgehende und ermutigende Erfahrungen mit dem liebenden und mitgehenden Gott und ein gesegnetes Jahr 2015!

 

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Impuls   Weihnachten  

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