Unser Gemeinde-Blog

Beten - Zeitverschwendung oder das Beste, was ich tun kann?

Liebe betende und nichtbetende Besucherinnen und Besucher unserer Webseite,

"Zum Beten habe ich keine Zeit, da habe ich Wichtigeres zu tun. Und außerdem angesichts der drängenden Probleme unserer Zeit heißt es anpacken, anstatt die Hände in den Schoß zu legen.“

“Beten bringt doch eh nichts. Ich habe es immer wieder mal probiert aber passiert ist nichts." So formulieren manche Menschen ihre Kritik oder ihre Enttäuschung im Hinblick auf das Gebet. Und ganz ehrlich, manchmal habe ich selbst mit solchen Gedanken zu kämpfen. Wie geht es Ihnen?

Andererseits: Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass über 70% der Menschen in unserem Land gelegentlich bis regelmäßig beten. Das ist erstaunlich: Die Mitgliederzahlen der Kirchen sinken, das Wissen über die Inhalte unseres Glaubens verflüchtigt sich und die meisten Menschen bezeichnen sich nicht als religiös oder tiefgläubig. Aber das Beten scheint ein ganz tief verankertes menschliches Bedürfnis zu sein. Sicher in ganz unterschiedlicher Intensität und Form und sicher verbunden mit ganz verschiedenen Vorstellungen über dessen Auswirkungen und den Adressat des Gebets. Dennoch - Menschen beten und wenn Sie es auch tun sind sie in guter Gesellschaft.

Für mich persönlich ist das Gebet ein zentraler Ausdruck meiner Beziehung zu Gott. Dass ich ihm alles sagen kann, das Schöne und das Schwere mit ihm teilen kann, das empfinde ich als entlastend, stärkend, beglückend. Und neben allen aus meiner begrenzten menschlichen Sicht "nicht erhörten Gebeten" stehen so viele Erfahrungen bei denen Gott für mich sicht- und spürbar gehandelt hat.

Sicher ersetzt das Gebet nicht das liebevoll tätige Handeln. Aber ohne das Gebet ist unser Einsatz oft auch ohne Hoffnung, Ziel und Richtung und beschränkt auf das was wir selbst schaffen können. Und wie schnell kommen wir da an unsere Grenzen?! Ich habe hierzu einige Zitate gefunden, die dies zum Ausdruck bringen:

„Man muss beten, als ob alles Arbeiten nichts nützt, und arbeiten, als ob alles beten nichts nützt.“ (Martin Luther)
„Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist eine Tat, die durch nichts zu ersetzen ist.“ (Dietrich Bonhoeffer)
„Beim Gebet erleben wir die große und intime Nähe Gottes. Es geht nicht um Methoden, sondern um die wunderbare Beziehung und Begegnung mit Gott.“ (Richard Foster)

Frei nach diesen Worten laden wir zu Beginn des neuen Jahres ab dem 10. Januar ein zu einer "Woche des gemeinsamen Gebets". Im aktuellen Gemeindebrief wird bereits über deren Planung berichtet, mittlerweile haben die Angebote konkrete Formen angenommen.

Wir wollen in dieser Gebetswoche beten, füreinander, für andere, für unseren Ort und unser Land. Wir wollen beten für die persönlichen Dinge aber auch für die großen drängenden Fragen, die uns täglich in den Schlagzeilen begegnen. Wir wollen beten zu ganz unterschiedlichen Zeiten und in ganz verschiedenen Formen. Und wir laden Sie ein dabei zu sein oder uns Ihre Gebetsanliegen zukommen zu lassen. Wenn wir Gott eine Chance geben, wenn wir ihm im Vertrauen entgegenkommen, dann könnte sich das ja ereignen, was Jesus uns verspricht.

„Bittet, so wird euch gegeben.
Suchet, so werdet ihr finden.
Klopft an und euch wird aufgetan." (Matthäus 7,7)

Es käme auf einen Versuch an, oder was meinen Sie?

Gottes guten Geist und viele gute Erfahrungen im Gebet wünscht Ihnen im Neuen Jahr,
Ihr Siegfried Häußler

 

Schlagwörter des Beitrags

Glaube   Gebet   Impuls   Woche des gemeinsamen Gebets  

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