Unser Gemeinde-Blog

Als alles begann und was Corona mit mir gemacht hat

Am 17. März wurden die Schulen wegen der Pandemie geschlossen und mir wurde der Ernst der Lage erst richtig bewusst. Mit jedem weiteren Tag tauchte ein neuer Gedanke auf. Ich schrieb auf, was mich bewegte und möchte das nachfolgend gerne mit Ihnen teilen.

Was ich vermisse:

  • Die Kommunikation mit meinen Freundinnen und Treffen zum Frühstücken, Kaffee trinken, eventuell Essen. Den „Teestammtisch“, eine kleine Plauderei auf der Straße, beim Einkauf, Kinobesuche, Theaterbesuche, Konzerte…
  • Die Mädels aus dem Sportstudio.
  • Vor allen Dingen vermisse ich tatsächlich die Gespräche, wenngleich ich mich vielleicht auch sonst sicher nicht öfter mit allen unterhalte, doch jetzt fehlt noch dazu die Aussicht darauf, da niemand weiß, wie es weitergeht und vor allen Dingen wann.
    Die Schule sollte bis 20.04. geschlossen bleiben, doch woher sollte der Virus wissen, dass wir dann wieder durchstarten wollten???
    Diese einsame und beklemmende Zeit hat erst angefangen.

Wofür ich dankbar bin:

  • Dafür, dass meine Familie und deren Angehörige gesund sind. Mein älterer Sohn hat gerade das Testergebnis erhalten und es war negativ.
  • Dass ich einen Arbeitsplatz habe und nicht darum bangen muss.
  • Dass ich noch arbeiten darf, wenngleich ich mich kurz mit dem Gedanken des Homeoffice getragen hatte, doch dann wäre ich permanent zu Hause.
  • Dass mein jüngerer Sohn noch bei mir wohnt und wir einander haben.
  • Dass er keine finanziellen Verpflichtungen hat, die ihn gerade in Nöte bringen würde. Er hat noch ein Backup im Hintergrund und das bin ich und ich bin es gerne, das gibt mir Sinn.

Wovor ich mich fürchte:

  • Vor einer sehr langen Zeit ohne soziale Kontakte, Umarmungen, Beistand… Diese Ungewissheit finde ich unerträglich.
  • Vor einer Ausgangssperre.
  • Dass der Kontakt abreißt
  • Vor leeren Regalen, deshalb habe ich in den letzten Tagen immer meinen Sohn gebeten, einzukaufen.
  • Dass viele Existenzen in dieser schwierigen Zeit zugrunde gehen.
  • Dass es danach keine Läden mehr geben wird außer Supermärkten, da auch die letzten Menschen auf den Geschmack des Onlineeinkaufs gekommen sind.
  • Vor einer wirtschaftlichen Krise.

Was ich nicht schlimm finde:

  • Dass ich gerade sehr sparsam bin, weil ich nicht ausgehen kann.
  • Dass meine Kreuzfahrt an Pfingsten wahrscheinlich gecancelt wird. Das kann man alles nachholen, wenn nur wieder Normalität eingekehrt ist.

Was ich hoffe:

  • Dass alle um mich herum, einschließlich meiner Familie, gesund bleiben.
  • Dass niemand aus meinem näheren Umkreis jemanden an diese schreckliche Krankheit verliert.
  • Dass niemand jemanden verliert, von dem er sich aufgrund des Verbots der sozialen Kontakte nicht verabschieden konnte.
  • Dass wir alle gestärkt und demütiger aus dieser Krise herausfinden und dankbar sind für das, was wir haben.
  • Dass wir hinterfragen, ob wir das, was wir glauben, haben zu müssen, tatsächlich brauchen.

Was mich freut:

  • Dass die Natur noch nichts vom Corona Virus gehört hat, denn beim Laufen sehe ich Primeln, Narzissen an Stellen, wo ich sie nie vermuten würde, Hyazinthen und blühende Bäume. Das finde ich beruhigend.
  • Dass ich seit gestern wieder Heuschnupfen habe, ja, den habe ich sogar kurz begrüßt, denn er hat mir gezeigt, dass es noch was Normales gibt neben Horrorgeschichten und Fake News.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich auch an Ihren Gedanken teilhaben lassen würdet. Was vermissen Sie, was freut Sie, was hoffen Sie etc.

Bleiben Sie gesund und lassen Sie uns alle zusammenhalten.

Es grüßt Sie

My Corona

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