Unser Gemeinde-Blog - Gemeindeleben

Eckpunkte für ein sinn-erfülltes Leben - Teil 5

In einer fünfteiligen Serie stellen wir die Gedanken von Siegfried Röder zum Thema „Leben in der Balance - Eckpunkte für ein sinnvolles Leben“ vor. Ursprünglich stammen sie aus seiner Predigt des JAAM-Gottesdienstes vom 25. Juni. In diesem letzten Teil wird den drei Eckpunkten Arbeit, Stille und Fest ein anderer Dreiklang gegenübergestellt.

Grundbedürfnisse als Gegenpole

Ich biege in eine letzte Runde. Und ich setze sozusagen einen Kontrapunkt, indem ich einen anderen Dreiklang rot in das Dreieck hineinschreibe. Es ist ein Dreiklang, der das Zeug hat, unser Dreieck total zum Kippen zu bringen.

Was uns am meisten daran hindert, ein Leben im Rhythmus von Arbeit, Stille und Fest zu führen, sind drei Grundeinstellungen, angebliche Grundbedürfnisse, die mit unserem sündhaften Wesen zusammenhängen; Paulus würde wohl sagen, die zu unserem „Fleisch“ gehören. Diese drei höchst problematischen Bedürfnisse und Sehnsüchte wollen sich einem Lebensrhythmus von Arbeit-Stille-Fest in den Weg stellen:

  • Unentbehrlichkeit: Sich immer für alles verantwortlich fühlen, dauernd mit der Frage auf den Lippen: Wer soll’s denn sonst machen?
  • Beliebtheit: Immer gut dastehen wollen, deshalb nie Nein sagen können und andere enttäuschen.
  • Macht: Nichts loslassen und abgeben können, es könnte ja die eigene Wichtigkeit schmälern.

DArstellung der Eckpunkte mit ihren Gegenpolen als gleichseitiges Dreieck

Gegenseitige Begrenzung kontra gegenseitiges Fördern

Wenn man einmal intensiv den Dreiklang „Arbeit-Stille-Fest“ meditiert und dem roten Dreiklang „Unentbehrlichkeit – Beliebtheit – Macht“ gegenüberstellt, entdeckt man einen entscheidenden Unterschied. Bei „Arbeit-Stille-Fest“ wird ein Element jeweils durch die beiden anderen Elemente begrenzt, so dass es nicht über seinen gottgewollten Stellenwert in unserem Leben hinauswuchern kann. Aber bei der Trias „Unentbehrlichkeit – Beliebtheit – Macht“ haben wir es mit drei Elementen zu tun, die sich nicht gegenseitig begrenzen, sondern um ein gefährliches Gemisch, wo ein Element das andere fordert und fördert und sich die drei Punkte sogar gegenseitig hochschaukeln. Und schon für sich genommen hat jeder der drei Punkte einschneidende Konsequenzen:

  • Der Versuch, unentbehrlich zu sein, führt zur Überlastung;
  • der Versuch, beliebt zu sein, führt zur Anpassung;
  • und der Versuch mächtig zu sein, führt zur Einsamkeit, im Extremfall zum Beziehungstod.

Die Schlussfrage

Wie kommen wir zu einem gottgewollten Lebensstil im Dreiklang von „Arbeit-Stille-Fest“? Die Antwort ist ebenso knapp wie einfach: Indem wir unseren Lebensstil durch Gottes Geist so gestalten lassen, dass wir wirklich fähig werden zum Empfangen (Stichwort: Stille), zum Geben (Stichwort: Arbeit, Dienst) und zum Loslassen (Stichwort: Fest, Feier).

Vielleicht macht ihr es wie ich: Ihr schreibt auf ein Blatt Papier groß drauf: „Arbeit – Stille – Fest statt Unentbehrlichkeit - Beliebtheit – Macht“; ihr platziert das Blatt zu Hause an einer gut sichtbaren Stelle; und ihr lasst dann eure Lebenspraxis vom Geist Gottes mehr umgestalten als das mir gelungen ist. Zumindest verbleibt den meisten von euch dazu voraussichtlich mehr Lebenszeit als mir noch beschieden sein dürfte.

Alles hat seine Zeit

Ich schließe, indem ich mich an den Prediger Salomo anlehne:

Alles hat seine Zeit und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
Arbeit hat ihre Zeit
Stille hat ihre Zeit
Fest und Feier haben ihre Zeit.

Alle vorherigen Teile der Serie

Hier gibt es alle vorherigen Teile der Serie:

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